Es gibt Staaten, die im Lichte der Medien stehen. Und es gibt welche, von denen wir so fast gar nichts mitkriegen.
Dazu gehört Tschad, in Zentralafrika gelegen und etwa 3,5 Mal so groß wie Deutschland. Seit Mitte der 60er Jahre herrscht dort fast durchgehend Bürgerkrieg, seit 2006 wieder in verstärktem Maße. Regisseur Mahamat-Saleh Haroun kommt von dort, und er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Filme über sein Heimatland zu drehen. Nach 'Abouna – Der Vater' legt er nun mit 'Daratt' nach.
Erzählt wird die Geschichte eines 16-Jährigen, der sich geschworen hat, den Mörder seines Vaters zu töten. Doch als er eben diesen Mann kennen lernt, muss er erkennen, dass er es nicht mit einem eiskalten Killer zu tun hat, sondern mit einer geschundenen Seele, die selbst an Gewalt und Krieg verzweifelt. Auf große Dialoge wird verzichtet, 'Daratt' setzt auf die Kraft der Bilder und einer eindringlichen Musik – und das macht den Film faszinierend. Holger Kreymeier TSA/F/B/A 2006. Regie und Buch: Mahamat-Saleh Haroun. Mit: Ali Bacha Barkai, Youssouf Djaoro, Aziza Hisseine, Khayar Oumar Defallah, Djibril Ibrahim, Fatimé Hadje, Garba Issa. Kairos. (O.m.U.) 96 Min. Ab 6. März 2008 im Kino.
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