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Cloverfield


Der Mantel des Schweigens sollte den Hype auf diesen Film bis ins Unermessliche steigern. Lange Zeit war noch nicht einmal der Titel des neuen Projektes von J.J. Abrams (Alias, Lost und Mission Impossible III), der hier allerdings nur als Produzent fungiert, bekannt.

Der Inhalt war geheime Verschlusssache, der Trailer ließ ebenfalls alles im Dunkeln, das Poster zeigt eine enthauptete Freiheitsstatue. Dass ein Monster New York in Schutt und Asche legt, sickerte dann doch irgendwann durch. Und deswegen erscheinen einem nun die ersten zwanzig Minuten unnötig lange.

Der Abschied eines Mannes, der geschäftlich nach Japan aufbricht, soll gefeiert werden, als Überraschungsparty – und alle Anwesenden sollen vor der laufenden Videokamera ein paar nette Worte mit auf den Weg geben. Die Filmkamera ist mit dieser Videokamera identisch, die zu Beginn noch ein paar private Momente zwischen dem Abschied nehmenden Rob und seiner Freundin Beth eingefangen hat.

Nicht zuletzt durch diesen Love Interest ist Cloverfield eigentlich gar nicht so verschieden von den unzähligen Katastrophenfilmen Hollywoods der 70er Jahre. Profane Alltagsszenen werden genutzt, um die Charaktere einzuführen, die sich am Ende unvermittelt in einem Inferno wieder finden. Dass all das Chaos, das über die Millionenmetropole hereinbricht, ausschließlich aus der subjektiven, teilweise stark verwackelten Videokameraperspektive eingefangen ist, erzeugt dann freilich den größten Reiz des Films.

Eine Handvoll Protagonisten schlägt sich durch zerstörte Straßen und versucht halbwegs ungeschoren dabei herauszukommen. Die Kamera stets im Anschlag. Wenn man diesen Widerspruch einmal hingenommen hat, kann man sich durchaus an der einen oder anderen raffinierten filmischen Besonderheit erfreuen. Trotzdem wird es Cloverfield nicht gerade leicht haben, die enorm hohen Erwartungen zu befriedigen, die seine beispielhafte Marketingstrategie im Vorfeld geschürt hatte. FB

USA 2007. Regie: Matt Reeves. Buch: Drew Goddard. Mit: Lizzy Caplan, Jessica Lucas, T.J. Miller, Michael Stahl-David, Mike Vogel. Universal. 85 Min. Seit 31. 1.2008 im Kino. Ab 31. Januar 2008 im Kino.

 

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