Der australische Regisseur Phillip Noyce, der sich in den 90er Jahren mit Mainstream-Unterhaltung in Hollywood versuchte (Das Kartell, Der Knochenjäger), hat nunmehr wieder zu den politischen Inhalten zurückgefunden, denen er sich schon zu Beginn seiner Karriere in den 70er Jahren verschrieben hatte.
Nach seiner im Vietnam der 50er angesiedelten Graham-Greene-Verfilmung Der stille Amerikaner und dem bewegenden Drama Long Walk Home ist es nun bei Catch a Fire der Kampf des African National Congress (ANC) gegen das Apartheid-Regime im Südafrika der 80er Jahre, dem er sich mittels einer filmischen Biografie angenommen hat.
Patrick Chamusso stieg 1980 zum Vorarbeiter in der Secunda-Ölraffinerie auf, die als Symbol der politischen Missstände des Landes wiederholt Ziel für terroristische Anschläge wurde. Der zunächst unpolitische Chamusso wird aufgrund haltloser Anschuldigungen, in diese Sabotageakte verwickelt zu sein, und durch die erbarmungslose Hatz des burischen Sicherheitsgenerals Nic Vos, der Chamusso und seine Frau foltern lässt, dann doch in die Position des Widerstandskämpfers gedrängt. Er schließt sich der ANC an und riskiert sein Leben, um Südafrika aus der Knechtschaft zu befreien.
Drehbuchautorin Shawn Slovo ist die Tochter des ehemaligen Anführers des militärischen Flügels der ANC, Joe Slovo, der nach dem Ende der Apartheid Nelson Mandelas erstem demokratischem Kabinett angehörte. Durch diese enge persönliche Bindung ist Catch a Fire mehr geworden als ein weiterer Beitrag des politischen Gewissens Hollywoods. Patrick Chamusso steht mit seinen privaten Erlebnissen im Vordergrund, der Film wird dadurch zu einem emotional aufwühlenden Drama, das im letzten Drittel zudem die Spannung eines Politthrillers entfacht. FB USA/GB/F/ZA 2006 (Catch a Fire) Regie: Phillip Noyce. Buch: Shawn Slovo. Mit: Derek Luke, Tim Robbins, Bonnie Henna, Mncedisi Shabangu, Tumisho K. Masha, Sithembiso Khumalo, Terry Pheto, Michele Burgers. UIP. 101 Min. Ab 18. Januar 2006 im Kino. |
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