
Mit Cars erfüllt sich Pixar-Chef John Lasseter (Toy Story 1 & 2) einen Kindheitswunsch. Als Sprössling eines Autohausmanagers hat er früher viel Zeit zwischen und vor allem in den Chevys seines Vaters verbracht. Die schnittigen Karosserien verleiteten ihn nun dazu, nach sieben Jahren erstmals wieder selbst auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen und den ersten computeranimierten Film rund um Autos zu drehen. Gepaart mit dem Phantasiereichtum Pixars ergibt das familiengerechtes, knallbuntes Unterhaltungskino, wie man es so noch nie gesehen hat.
Der Held der Geschichte hört auf den griffigen Namen Lightning McQueen und ist der Shootingstar der NASCAR, der amerikanischen Stock-Car-Rennliga. Beim wichtigsten Ereignis der Saison, dem Piston Cup, geht es schließlich um Alles und McQueen kämpft sich an die Spitze. Selbst der hinterhältige „King“ und Rennveteran Chick können ihn nicht aufhalten.
Zeitgleich überqueren die drei die Ziellinie und müssen daher in einem speziellen Rennen erneut gegeneinander antreten. McQueen ist durch den Erfolg aber auch zu einem hochnäsigen Einzelgänger geworden, der glaubt, die Hilfe Anderer nicht nötig zu haben. So treibt er seinen Fahrer dazu an, die Nacht durchzufahren und landet nach dem unweigerlichen Unfall im verschlafenen Radiator Springs.
Nach dem Bau der Umgehungsstraße wird die Ortschaft an der Route 66 immer seltener von vorbeifahrenden Autos besucht. Eigentlich will McQueen einfach nur weg von diesem langweiligen Ort, aber bei seiner Ankunft hat er die Straße verwüstet und wird von Stadtoberhaupt Doc zur Reparatur verdonnert. Anfangs wehrt er sich noch, aber allmählich beginnt er, die skurrilen Bewohner der Kleinstadt und vor allem die schnittige Porschedame Sally zu lieben.
Regisseur John Lasseter und sein Team haben die Welt der Autos mit der der Menschen gepaart und das mit dem üblichen Phantasiereichtum, den wir von Pixar gewohnt sind. So fliegen winzige VW Käfer durch die Luft und klotzige Traktoren dienen als vierrädriges Äquivalent zu dämlichen Kühen. Bei allem Hang, ihre Welt so realistisch wie möglich zu gestalten, ist ihnen die Geschichte insgesamt aber etwas zu konventionell geraten.
Kinderherzen – vor allem die der Jungs – wird Cars aber trotzdem erwärmen. Zumal mit Daniel Brühl (als McQueen), Bettina Zimmermann (als Sally) und Synchronsprecherveteran Friedrich Schoenfelder als Doc, der im Original von Paul Newman gesprochen wird, hervorragende Stimmen für die Hauptfiguren gecastet wurden. In den Nebenrollen nerven zwar fragwürdige Sprecherentscheidungen, wie Schumi, Lauda und Co., aber die fallen erfreulicherweise nicht weiter ins Gewicht. Da erfreut man sich eher an den technischen Leistungen, mit denen Pixar die Messlatte erneut um Einiges nach oben verlagert.
Cars ist also gewohnt gute Unterhaltung von Pixar, deren Zukunft beim Haus mit der Maus ja mittlerweile gesichert ist. Wir sind gespannt, was die kreativen Köpfe sich als nächstes ausdenken. Nur einer wird dies leider nicht erleben können: Co-Regisseur Joe Ranft, der die Idee mit Lasseter entwickelte ist vor einem Jahr ums Leben gekommen – bei einem Autounfall. Lasseter widmete ihm den Film. LT
USA 2006. Regie und Buch: John Lasseter, Joe Ranft. Buch: Dan Fogelman, Kiel Murray, Phil Lorin, Jorgen Klubien. Sprecher: Daniel Brühl, Bettina Zimmermann, Reinhard Brock, Friedrich Schoenfelder, Rick Kavanian, Oliver Kalkofe, Nadja Tiller. Buena Vista. 116 Min. Ab 7. September 2006 im Kino. |
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