Alltagsgeschichten aus einem Libanon jenseits von Krieg und Gewalt um eine Handvoll Frauen in einem Schönheitssalon: Auch im Nahen Osten gibt es nicht nur Krieg und Krisen, sondern all die kleinen alltäglichen Freuden und Leiden des Lebens.
So schickt uns Regisseurin und Hauptdarstellerin Nadine Labaki in einen Friseursalon in Beirut und erzählt uns über Liebesglück und Liebesfrust ihrer Protagonistinnen: Layale ist unglücklich verliebt in ihren verheirateten Liebhaber; Nisrine steht kurz vor ihrer Hochzeit, ist aber keine Jungfrau mehr; die Schneiderin Rose ist hin- und hergerissen zwischen der Verantwortung gegenüber ihrer verwirrten Schwester und dem Werben eines ihrer Kunden...
Herausgekommen ist eine Liebeserklärung von Frauen über Frauen und wohl auch primär für Frauen. Kritik am libanesischen Patriarchat wird dabei jedoch nur zaghaft angedeutet, stattdessen tritt ein kleiner Mikrokosmos in den Vordergrund, in dem sich die Filmfiguren zwischen Christentum und Islam, Tradition und Moderne eingerichtet haben. Diese Unbedarftheit mag man dem ambitionierten Debütfilm vorwerfen können, sollte dabei aber vielleicht dennoch das Aufzeigen von Tabuthemen wie Homosexualität, Liebe im Alter oder Sex vor der Ehe als einen mutigen Schritt in die richtige Richtung anerkennen. Was letzten Endes bleibt, ist ein mitunter verklärter aber äußerst bezaubernder und pastellfarbener Alltagsmärchenfilm. Diana Kapke F/LIBN 2007 (Sukkar banat) Regie und Buch: Nadine Labaki. Buch: Rodney El Haddad, Jihad Hojeily. Mit: Nadine Labaki, Yasmine Elmasri, Joanna Moukarzel, Gisèle Aouad, Adel Karam, Sihame Haddad, Aziza Semaan. Alamode. 95 Min. Ab 3. April 2008 im Kino.
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