Derek Jarmans letzter Film: Der an Aids erkrankte und dadurch fast erblindete Regisseur „dreht“ 1993, kurz vor seinem Tod, einen Film, der lediglich ein blaues Bild zeigt.
Der visuelle Moment bleibt während des gesamten Films unverändert. Auf der Tonspur hingegen erlebt der Zuschauer eine Art Hörspielcollage: Vier Stimmen erzählen. Von Jarmans Erleben seiner Krankheit, seinen Erinnerungen und seinen weit ausholenden, philosophischen und poetischen Reflexionen über das Leben und das Sterben.
Der Film endet mit einem sprachlichen Bild, in dem Jarman voller Ruhe seine eigene Vergänglichkeit anerkennt. 15 Jahre nach seinem Tod ist der außergewöhnliche Regisseur aber natürlich längst nicht vergessen. Die Wiederaufführung seines Vermächtnisses zeigt dies allzu deutlich.
Christian Meyer
GB 1993. Regie und Buch: Derek Jarman. Sprecher: (DF) Ulrich Matthes, Sylvester Groth, Wolfgang Condrus, Eva Mattes bzw. (OV) Nigel Terry, John Quentin, Derek Jarman, Tilda Swinton. Salzgeber. 74 Min. Ab 21. Februar 2008 wieder im Kino.
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