
Gleich eingangs warnt ein Schriftzug: „Wenn Sie so viel Bier trinken, wie in diesem Film getrunken wird, werden Sie sterben.“ Der eine oder andere wird diesen Film wiederum nur mit adäquatem Alkoholkonsum überstehen.
Die Pressevorführung wurde auf 23 Uhr angesetzt, die Journalisten mit Bier versorgt. Dem Kinogänger seien vergleichbare Rezeptionsbedingungen wärmstens empfohlen.
Die amerikanischen Brüder Todd und Jan wollen die Asche ihres verstorbenen Opas traditionell auf dem Oktoberfest verstreuen und verirren sich dabei auf dem „Bierfest“, wo die Nationen ihre Trinkfestigkeit messen. Dabei werden die Amis von den deutschen Favoriten (u.a. Jürgen Prochnow, Ralf Moeller) unter den Tisch gesoffen. Damit ist der amerikanische Sportsgeist geweckt, und sie trainieren daheim gemeinsam mit Freunden für die nächste Meisterschaft.
Das deutsche Team versucht derweil, ihnen ein altes, geheimes Bierbraurezept, das sich einst nach Amerika verirrte, abzuluchsen. Man kann sich dieser nonstop brachialen, sinn- und geistfreien cineastischen Attacke schlicht entziehen, oder man unterwirft sich ihr mit einem tumben Dauerlächeln: In der Tradition von John DeBello (Angriff der Killertomaten) oder Abrahams und den Zucker-Brüdern (Kentucky Fried Movie) beglücken heute die Comedians des Teams „Broken Lizard“ (Ein Duke kommt selten allein) die Leinwand mit derb-charmantem und vor allem verzeihlichem Trash, denn mehr wollen sie ja nicht.
Gaststar Prochnow ist seit Das Boot nicht mehr so tief gesunken, aber das ist hier natürlich überhaupt nicht schlimm. Und da dem amerikanischen Popcornkino momentan sowieso nicht allzu viel einfällt, ist das angenehm verlorene Grinsen, das dieser Film dem geneigten Zuschauer über 111 Minuten ins Gesicht meißelt, ohnehin besser als nichts. HE
USA 2006 (Beerfest) Regie: Jay Chandrasekhar. Buch: Broken Lizard. Mit: Jay Chandrasekhar, Kevin Heffernan, Steve Lemme, Paul Soter, Jürgen Prochnow, Ralf Moeller, Cloris Leachman. Warner. 111 Min. Ab 28. September 2006 im Kino. |
|