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An ihrer Seite


Fiona verliert durch Alzheimer nach und nach ihr Gedächtnis. Ihr langjähriger Ehemann Grant bringt sie widerwillig in ein Pflegeheim.

Dort entgleitet Fiona jedoch völlig der Bezug zur Realität und sie hält den ebenfalls kranken Aubrey für ihren Mann, während sie Grant nicht wieder erkennt.

Sarah Polley ist die herausragende Hauptdarstellerin aus den beiden bewegenden Charakterstudien der spanischen Regisseurin Isabel Coixet, Mein Leben ohne mich und Das geheime Leben der Worte. Ihrem ersten eigenen Film, den sie gleich in der Doppelfunktion als Drehbuchautorin und Regisseurin basierend auf einer Kurzgeschichte von Alice Munro realisiert hat, merkt man die Einflüsse Coixets sehr deutlich an.

An ihrer Seite ist ein ruhiges und in klassischer Kameraführung eingefangenes Charakterdrama, das seine Zuschauer die Entwicklungen gebannt verfolgen lässt und trotz melodramatischer Elemente weitgehend vermeiden kann, in Kitsch abzudriften. Die Geschichte setzt zu einem Zeitpunkt an, als sich bei Fiona erste Konzentrationsschwächen bemerkbar machen, als alltägliche Dinge nicht mehr funktionieren und das Paar darüber zu diskutieren beginnt, ob eine Betreuung im Pflegeheim für beide die sinnvollere Alternative darstellt.

In „Meadowlake“ sind, wie die Direktorin nicht müde wird zu betonen, alle Flure und Zimmer lichtdurchflutet. Eine schön gewählte Symbolik der Kontraste zu den Gedächtnissen der Patienten, in denen sich mehr und mehr Schatten auszubreiten beginnen. Die Zweifel des Ehemanns, ob er auch wirklich das Beste tut, seine Schuldgefühle für Fehltritte in der Vergangenheit und das langsame, aber kontinuierliche Abdriften seiner Frau kann Sarah Polley mit großer emotionaler Kraft in eindringlichen Bildern einfangen.

Die Intensität wird noch weiter erhöht durch das bewegende Spiel ihrer Hauptdarsteller. Julie Christie, das in Ehren ergraute Sexsymbol der 60er Jahre, beweist Mut zur Hässlichkeit, wenn sie den geistigen Verfall ihrer Figur auch in einer körperlichen Degeneration unterstreicht, Michael Murphy als Aubrey ist der personifizierte Minimalismus, der während des ganzen Films kein einziges Wort sagt. An ihrer Seite brillieren Gordon Pinset und Olympia Dukakis als leidende Ehepartner, die lernen müssen, mit der ungewöhnlichen Situation zurechtzukommen und das Beste für sich daraus zu machen. FB

CDN 2006 (Away From Her) Regie und Buch: Sarah Polley. Mit: Gordon Pinsent, Julie Christie, Olympia Dukakis, Grace Lynn Kung, Michael Murphy, Wendy Crewson, Alberta Watson. Majestic. 110 Min. Ab 6. Dezember 2007 im Kino.

 

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