Home

Am Limit

Mit seinem Dokumentarfilm 'Höllentour' zur Tour des France des Jahres 2003 hat sich Regisseur und Oscar-Preisträger Pepe Danquart nach unzähligen Kritiker- und Festivalerfolgen auch an der Kinokasse frei gestrampelt und eine der ersten wirklich erfolgreichen Sportdokumentationen dieses Jahrzehnts vorgelegt.


Seine Innenansichten aus dem deutschen Team folgten bewusst einer Dramaturgie, die den Film als einen Zwitter zwischen Wirklichkeitsabbildung und Fiktionalisierung erscheinen ließ.

Mit 'Am Limit' setzt Danquart nun einen Schlusspunkt seiner Sportdoku-Trilogie (die mit 'Heimspiel' begonnen hatte), und auch hier vertraut er wieder auf die Dramatisierung der Realität.

Über mehrere Monate hinweg hat er die deutschen Extremkletterer Thomas und Alexander Huber begleitet, die sich zum Ziel gesetzt hatten, im Yosemite Valley die Nose am El Capitan, einer rund 1.000 Meter hohen Steilwand, in zweieinhalb Stunden zu erklettern. Dieser Rekordversuch im Speedclimbing wird von einem Unfall überschattet, der das Unterfangen zurückwirft. Daraufhin wagen die Brüder in Patagonien eine weitere Extremklettertour, um schließlich vom Ehrgeiz getrieben wieder ins Yosemite Valley zurückzukehren.

Die Momente, in denen Danquart u. a. mit Hilfe der Huber-Mutter versucht, den Ansporn hinter dem lebensgefährlichen Hobby bloßzulegen, hätten etwas mehr in den Vordergrund gerückt werden können. Aber der Regisseur versucht überwiegend, dem Thema auf hollywoodübliche Weise nahe zu kommen, was sich vor allem im letzten Drittel in spektakulär gefilmten Spannungssequenzen Bahn bricht. Auch wenn so manche der Kletterszenen aus dramaturgischen Gründen nachgestellt werden musste, entfaltet sich hier viel von der grenzenlosen Dynamik und der Nerven zerrenden Intensität des Speedclimbings. Frank Brenner

D/A 2006. Regie und Buch: Pepe Danquart. Mit: Thomas Huber, Alexander Huber, Dean S. Potter, Chongo. Kinowelt. 95 Min. (WA) Ab 24. April 2008 im Kino.

 

> FILMSTART-Forum: Kino Aktuell