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Am Ende kommen Touristen


Mit Netto zeigte uns Robert Thalheim in seinem Debütfilm vor zwei Jahren, wie ein klassischer Wendeverlierer aussehen kann.

Voller Sympathie und mit verhaltenem Humor ging es in dem sehenswerten Schauspielerfilm um die Annäherung zwischen einem Vater und seinem erwachsen gewordenen Sohn. Nun hat Thalheim seinen zweiten Langspielfilm vorgelegt, was in der jüngeren Zeit immer mehr zum wahren Messstein der Leistungen eines Regisseurs geworden ist.

Die Stärke von Am Ende kommen Touristen liegt nicht zuletzt darin, dass er so völlig anders ist als der Vorgänger Netto. Dennoch geht es auch hier um die Annäherung zweier Männer aus unterschiedlichen Generationen.

Sven soll seine Zivildienstzeit im Begegnungszentrum des ehemaligen KZs in Auschwitz leisten. Dazu gehört auch die Pflege des ehemaligen Häftlings Krzeminski, der noch immer in unmittelbarer Nähe zum Ort seines Leidens lebt und sich auch mit über 80 Jahren noch für das dortige Museum verdient machen möchte. Ein Wegziehen scheint für den alten Mann unmöglich, da er viel zu sehr mit diesem Ort verwachsen ist.

Sven lernt aber auch die gleichaltrige Ania kennen, die seit ihrer Geburt in Auschwitz lebt, sich aber nach einer Gelegenheit sehnt, die schwer belastete Stadt zu verlassen. Thalheim gelingt es ausgezeichnet, Betroffenheitskitsch zu vermeiden, wenn er das Porträt dreier Menschen entfaltet, die auf unterschiedliche Weise mit einem geschichtsträchtigen Ort in Verbindung stehen, an dem kein normales Leben möglich scheint. Theaterschauspieler Alexander Fehling gestaltet seine Rolle auf subtile und glaubwürdige Art, wenn er sowohl die anfängliche Schüchternheit und Reserviertheit Svens, als auch später sein Verständnis und sein Engagement charakterisiert. Ein Film gegen das Vergessen aus dem Blickwinkel einer Generation, die mit dem Dritten Reich persönlich nichts mehr zu tun hat. FB

D 2007. Regie und Buch: Robert Thalheim. Mit: Alexander Fehling, Ryszard Ronczewski, Barbara Wysocka, Piotr Rogucki, Rainer Sellien, Lena Stolze, Lutz Blochberger. X-Verleih. 85 Min. Ab 16. August 2007 im Kino.

 

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