Das Presseheft wirbt großspurig für einen Film, in dem Schauspieler aus 18 Ländern zu sehen sind.
Wenn das allerdings alles sein soll, was 'Absurdistan' auszeichnet, braucht es einen kaum verwundern, dass man sich schon schnell über Gebühr zu langweilen beginnt. Schlimmer noch: Man beginnt sich über die Unfähigkeit des Regisseurs regelrecht zu ärgern.
Veit Helmer hatte mit seinem Regiedebüt 'Tuvalu' nicht nur einen Festivalerfolg gelandet, sondern auch sein Faible für multikulturelle Geschichten und den weitgehenden Verzicht auf Dialoge begründet. Aber schon sein Nachfolgewerk 'Tor zum Himmel' war furchtbar unentschlossen, teilweise Hollywoodkitsch übelster Sorte, teilweise unbeholfen trashig und ohne die geringste Fähigkeit der Schauspielerführung. Immerhin vermeidet Helmer nun in 'Absurdistan' die Anbiederung an einen Massengeschmack, aber den ebenfalls fast wieder ohne Dialoge ausgefochtenen Geschlechterkampf in einem abgelegenen Dorf der ehemaligen Sowjetunion hat er auf platteste und albernste Weise in Szene gesetzt.
Antriebsmotor für die Story ist die Kinderliebe zwischen Temelko und Aya, die sich nun im Teenageralter der beiden endlich auch körperlich erfüllen soll. Doch dazu benötigt es einer gründlichen Waschung der Liebenden im Vorfeld, bevor der günstige Stand der Sternbilder für diesen Akt der Hingebung ausgenutzt werden soll. Doch die Wasserleitung ins Dorf ist marode und die Männer dermaßen faul und uninteressiert, dass Temelko im Alleingang das Problem beheben muss, um bei Aya landen zu können. Was hier an poetischem Potenzial vorhanden ist, wird durch blödsinnige Slapstickeinlagen entkräftet und durch Anschlussfehler und logische Brüche und Inkonsequenzen gänzlich ruiniert. Da hilft es auch nicht, den Film als modernes Märchen zu lesen. Frank Brenner D 2007. Regie und Buch: Veit Helmer. Buch: Gordan Mihic, Zaza Buadze, Ahmet Golbol. Mit: Maximilian Mauff, Kristýna Maléřová, Nino Chkheidze, Ivane Ivantbelidze, Ani Amiridze, Ilko Stefanovski. farbfilm. 87 Min. Ab 20. März 2008 im Kino.
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