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3 Grad kälter


"Wusstest Du, dass es am Bahndamm in der Regel drei Grad kälter ist?“ lässt Florian Hoffmeister in seinem Regiedebüt einen seiner Protagonisten fragen.

Eine gelungene filmische Metapher, die der Regisseur und Co-Drehbuchautor immer wieder einzusetzen und in den Kontext seiner Handlung zu integrieren versteht. Viele der wichtigsten Begegnungen seines Films, sei es nun in Tagträumen seiner Figuren oder in deren Realität, finden an einem Bahnübergang statt. Symbol für verbaute Wege, Unerreichbarkeit trotz Nähe und vieles mehr.

Leider haben Hoffmeister und Mona Kino – was für ein Name für eine Drehbuchautorin! – damit ihre guten Ideen schon weitgehend erschöpft. Sie erzählen die Geschichte einer Beziehung, die in die Brüche geht, als Jan eines Tages einfach verschwindet. Marie hat mittlerweile einen anderen aus der Clique, Frank, geheiratet, ist über ihren Verlust allerdings nicht hinweg gekommen. Als Frank einen ungesendeten Liebesbrief seiner Frau an Jan im Mülleimer findet, schickt er ihn ab – und provoziert damit nicht nur die Rückkehr Jans, sondern eine längst überfällige Konfrontation.

Neben dieser an sich reizvollen Ausgangskonstellation haben die Autoren ihre Story mit einer ganzen Reihe weiterer Nebenfiguren angereichert, die ein authentisches Umfeld generieren sollen, in ihren Handlungsweisen aber oftmals genauso undurchsichtig bleiben wie in ihrer dramaturgischen Funktion für den Film. Auch wenn sich die Ereignisse immer weiter zuspitzen, verliert man im Laufe von 3 Grad kälter eigentlich zunehmend das Interesse an den Figuren und ihren Geschichten. Das ist besonders schade, weil sich die talentierten Nachwuchsschauspieler redlich bemühen. FB

D 2005. Regie und Buch: Florian Hoffmeister. Buch: Mona Kino. Mit: Bibiana Beglau, Sebastian Blomberg, Johann von Bülow, Meret Becker, Alexander Beyer, Katharina Schüttler, Florian David Fitz. Blue Eyes Pictures. 104 Min. Ab 16. März 2006 im Kino.