Die Ablehnung von Filmen wie 11th Hour ist gerade hierzulande relativ groß. Kritiker bemängeln die Plakativität, mit der Fakten aneinandergereiht werden, um das Publikum emotional anzusprechen.
Es wird bekrittelt, dass die Informationen, die man mit Filmen wie diesen vermittelt bekommt, schon lange bekannt sind und den Werken als solches deswegen kein Mehrwert zukommt. Doch das ist zu kurz gedacht.
Eine unbequeme Wahrheit von Davis Guggenheim, der vor ziemlich genau einem Jahr Al Gores Bemühungen dokumentierte, die Menschheit über die Gefahren der globalen Erderwärmung zu informieren, stieß zunächst auf genau die gleichen Vorurteile. Dabei ist es insbesondere auch diesem Film zu verdanken, dass die Sorge um den Planeten Erde wieder schlagzeilenträchtig wurde. Als Gore dafür Anfang des Jahres den Oscar entgegennehmen durfte, war das Thema wieder in den Fokus der internationalen Politik gerückt.
Auch 11th Hour, der von Leonardo DiCaprio produziert und moderiert wurde, versucht das Bewusstsein der Bevölkerung auf die Einzigartigkeit unserer Welt zu lenken. Anders als bei Al Gores One-Man-Show kommen hier rund fünfzig Gelehrte aus den unterschiedlichsten Fakultäten zu Wort, die auf die Dringlichkeit aufmerksam machen, unseren Lebensstil umzustellen, um nicht in eine humanitäre Katastrophe zu schlittern.
Oren Lyons bringt es dabei auf den Punkt, wenn er anmerkt, unser Planet werde sich von all den Klimaveränderungen schon erholen: „Die Erde hat dazu alle Zeit der Welt – der Mensch nicht!“ 11th Hour präsentiert verdichtete Informationen, reiht Naturkatastrophen und Bilder des globalen Chaos aneinander, um schließlich Möglichkeiten zu präsentieren, wie wir fünf Minuten vor Zwölf doch noch einmal die Kurve bekommen können. Die Fakten mögen nicht neu sein, aber man kann ihnen gar nicht genug mediale Aufmerksamkeit widmen. FB USA 2007 (The 11th Hour) Regie und Buch: Leila Conners Petersen, Nadia Conners. Mit: Leonardo DiCaprio, Stephen Hawking, Michael Gorbatschow, Janine Benyus, Bill McDonough, Wangari Maathai, Nathan Gardels. Warner. 95 Min. Ab 15. November 2007 im Kino.
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