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12. bis 16. September 2007: 14. Internationales Filmfest Oldenburg beendet
Internationales Filmfestival für Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme


Mit der Verleihung des German Independence Awards an das Regiedebüt von Jakob M. Erwa, Heile Welt, als Bester deutscher Film des Festivals (Juryentscheid) und den German Independence Award (Publikumspreis) an das Gefängnisdrama Underdogs von Jan-Hinrik Drevs sowie den Otto-Sprenger-Preis für das Drama um einen Handwerker-Wandervogel Für den unbekannten Hund der Gebrüder Ben und Dominik Reding ging das 14. Internationale Filmfest Oldenburg am Sonntagabend zu Ende.

Der mit 8.000 Euro dotierte Hauptpreis wurde vom Jury-Präsidenten und Ehrengast Stacy Keach und Oldenburgs Oberbürgermeister Dr. Gerd Schwandner überreicht. Heile Welt erzählt von drei orientierungslosen Jugendlichen, - „ein Film, der durch seine bemerkenswerte Reife und seine handwerkliche Virtuosität besticht – besonders weil es sich um einen so jungen Regisseur handelt“, heißt es in der Jury-Begründung. Der German Independence Award – Publikumspreis für Underdogs ist mit 2.000 Euro dotiert; beide Gewinner erhalten außerdem eine Avid Schnitt-Software.

Begonnen hatte das Oldenburger Festival mit der deutschen Premiere der Geschlechterkomödie Stellungswechsel (Kinostart: 3.10.) in Anwesenheit der Regisseurin und Drehbuchautorin Maggie Peren (Mädchen, Mädchen) sowie den Darstellern Herbert Knaup, Florian Lukas, Lisa Maria Potthoff und Gustav Peter Wöhler. Perens schmissig-amüsanter Film um fünf finanziell abgebrannte Männer verschiedenen Alters, die sich als Callboys einen Neustart ihres Lebens erhoffen, war bestens geeignet, um viel gute Laune zu verbreiten und Lust auf interessante Kinoabende im niedersächsischen Ammerland zu machen.

Das Oldenburg Filmfestival widmet sich dem deutschen und internationalen Filmschaffen „in all seinen Facetten“, wobei „überraschende und originelle Independentproduktionen die richtige Mischung aus Anspruch und Attraktion“ ausmachen sollen. In diesem Jahr sind stolze 13 Weltpremieren, 12 Internationale Premieren und 14 Deutschlandpremieren Teil des exklusiven Filmangebots, darunter im internationalen Programm: der Psychothriller Mr. Brooks mit No-More-Mr.-Nice-Guy Kevin Costner als Serienkiller, Douglas (nicht Detlev!) Bucks Remake des de-Palma-Psychothrillers Sisters mit Chloë Sevigny und Stephen Rea, das Migrationsdrama Outlanders von Dominic Lees sowie Volker Schlöndorffs bildgewaltiges Kasachstan-Drama Ulzhan.

Gleich drei Regiedebüts von Schauspielerinnen sind im Programm zu finden: Sarah Polleys (Mein Leben ohne mich, 2003) Liebestragödie Away From Her – An ihrer Seite, der französische Mystery-Polizeithriller La Disparue de Deauville von Sophie Marceau (La Boum – Die Fete, 1985) und Mary Stuart Mastersons (Grüne Tomaten, 1991): The Cake Eaters, ein einfühlsames Familiendrama mit Bruce Dern. In der Dokumentarfilmreihe u.a.: Sharkwater, ein Film über den Kampf gegen die Fischfang-Industrie von Rob Stewart, Steffen Jürgens’ Semi-Doku-Drama Der Generalmanager über den durchgeknallten deutschen Ex-Manager des Busenwunders Lollo Ferrari sowie die berührende Krankheitsgeschichte der holländischen Schauspielerin und Sängerin Ellen ten Damme (Die Musterknaben, 1996) von Rob Hodselmans: As I Was Wondering Where This Mixed-up Little Life of Mine Was Leading To.

Aus Deutschland mit dabei: Stephan Geenes Berlinfilm After Effect mit Sabine Timoteo, die Milieustudien Autistic Disco von Hans Steinbichler und Die Unerzogenen von Pia Marais sowie Für den unbekannten Hund von Ben und Dominik Reding über einen Handwerker-Wandervogel. Die Reihe „Midnite Xpress“ bietet filmische Kost, die sich nachts am besten genießen lässt, z.B. als internationale Premiere den Horrorfilm Vampire Diary von Marc James und der politisch unkorrekten Behinderten-Trash Ex Drummer vom Belgier Koen Moertier sowie der apokalyptische US-Öko-Thriller The Last Winter.

Die Retrospektive zeigt das wüste, exzentrische und stets originelle Werk des US-Regisseurs Abel Ferrara, dessen neuester Film, Go-Go-Tales über einen heruntergekommenen Stripclub in New York weit weniger spekulativ ist als man annehmen darf – und statt mit viel nackter Haut mit einer brillante Charakterstudie von Willem Dafoe als Clubmanager am Rande des Nervenzusammenbruchs aufwartet. Ehrengast ist der US-Schauspieler Stacey Keach (u.a. in John Hustons Fat City, 1972), dem eine Sonderreihe gewidmet ist.

Struktur 14. Internationales Filmfest Oldenburg:
Dokumentarfilmreihe, Independent Reihe, Internationale Reihe, Kurzfilmreihe, Sonderreihe „Midnite Xpress“, Sonderreihe Science-Fiction „Schöne neue Welt“, Retrospektive Abel Ferrara, Tribute Stacy Keach. Party! Preise: German Independence Award – Bester Deutscher Film (5000,- Euro, per Juryentscheid), German Independence Award – Publikumspreis (2000,- Euro, per Publikumsentscheid), Nebenpreise. Festivalleiter: Torsten Neumann. MPH

Internationales Filmfest Oldenburg, Bahnhofstr. 15, 26122 Oldenburg, Tel: 0441 / 925 08 55. info@filmfest-oldenburg.de

 

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