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Im Schatten eines Meisterwerks
Der Wettbewerb glänzt durch internationale Vielfalt



'There will be blood' kommt mit acht Oscar-Nominierungen im Rücken zur Berlinale

Der erste offizielle Berlinale-Tag ist gerade einmal vorbei und schon durften wir eines der Highlights im Programm erleben. Paul Thomas Andersons Meisterwerk 'There will be blood' führt den Wettbewerb an und stellt alles, was danach kommt, in den Schatten. Dabei ist das Hauprogramm der Filmfestspiele in diesem Jahr so vielfältig und viel versprechend wie lange nicht.

Nachdem die Stones und Martin Scorsese am Donnerstag den roten Teppich eingeweiht hatten und von den Sprechern der recht lahmen Eröffnungsfeier in den Himmel gehoben wurden, feuerte man mit der Konzertdoku 'Shine a light' den Startschuss für 10 Tage Film. "Martys" gelungener Blick hinter die Kulissen der sicherlich dienstältesten Rockband der Welt lief allerdings als unverfänglich leichter Auftakt außer Konkurrenz. Um die Bären ging’s dann erst ab Freitag.

Die könnten so ziemlich alle an einen Film gehen: 'There will be blood', der mit acht Oscarnominierungen selbstbewusst nach Berlin kommt, ist sicherlich der größte Coup im Wettbewerbsprogramm. Auch wenn er hier in Berlin gerade mal eine Woche vor dem Kinostart zu sehen ist, krönt er einen Wettbewerb, der sich erst noch bewähren muss.


Steht auch auf der Liste für einen Oscar: Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis in 'There will be blood'

Zwar sind mit 'Fireflies in the garden' und 'Die Schwester der Königin' Hollywoodstars wie Julia Roberts und Scarlett Johansson gebucht und mit neuen Filmen von Amos Kollek, Mike Leigh und Andrzej Wajda einige bekannte Festivalgesichter mit neuen Filmen am Start. Aber mit seiner internationalen Auswahl relativ unbekannter Filmemacher gehen die Programmmacher doch ein gewisses Wagnis ein.

Das macht die 58. Filmfestspiele für den Festivalbesucher aber umso spannender: Bandenkriege in Brasilien, Kindersoldaten in Eritrea und obdachlose Jugendliche in San Diego sind ebenso zu sehen, wie klassisches Genrekino aus China, Frankreich und Italien. Mit Doris Dörries 'Kirschblüten – Hanami' geht außerdem ein würdiger deutscher Vertreter mit dem Rückenwind des Bayrischen Filmpreises ins Rennen um die begehrten Bären.

Auch wenn es auf den ersten Blick also nicht unbedingt danach aussieht, das Programm der diesjährigen Berlinale ist stark und wird durch einige gut dosierte Starauftritte abgerundet. Freuen wir uns auf viele spannende Stunden – im Kinosessel und am Rand des roten Teppichs. Lars Tunçay

 

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