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Der Teddy kehrt zurück
Der schwul-lesbisch-transidentische Filmpreis ist wieder im Haus der Kulturen der Welt angekommen



Brachte ein gehörige Portion Hollywoodglamour mit auf die Bühne: Tilda Swinton nahm den „Special Teddy Award“ stellvertretend für die Derek Jarman Family entgegen

Nach Jahren der Wanderschaft war der schwul-lesbisch-transidentische Filmpreis Teddy Queer Film Award im 22. Jahr seines Bestehens wieder an einer Location angekommen, die der Berlinale schon lange ein treuer Verbündeter ist: dem Haus der Kulturen der Welt, besser bekannt unter dem Berliner Spitznamen „Schwangere Auster“. Die auch von arte übertragene Veranstaltung wurde auf launige Weise von Annette Gerlach moderiert und glänzte durch ein perfektes und sehr abwechslungsreiches Bühnenprogramm. Neben den athletisch-erotischen Darbietungen der neu gegründeten Artistengruppe Base Berlin, der u.a. die Caesar Twins und der Stangenakrobat Remi Martin angehören, begeisterten die Gesangs- und Comedyeinlagen von Irmgard Knef, dem Countertenor Edson Cordeiro oder dem südafrikanischen Travestiestar Pieter-Dirk Uys.

Die Jury um den US-amerikanischen NewFest-Leiter Basil Tsiokos kürte in diesem Jahr Olaf de Fleurs isländische Produktion 'The Amazing Truth About Queen Raquela' zum besten Spielfilm und verwies Bruce LaBruces neuen Film 'Otto; Or, Up With Dead People' und den neuen Film der Vorjahressiegerin Zero Chou ('Drifting Flowers') auf die Plätze. De Fleur erzählt darin auf semi-dokumentarische Weise vom Schicksal eines transsexuellen philippinischen Mannes, der im Westen sein Glück und seine große Liebe sucht. Der Teddy für den besten Dokumentarfilm ging an die gewitzte deutsche Produktion 'Football Undercover' von David Assmann und Ayat Najafi, über die Erlebnisse eines deutsch-türkischen Frauenfußballvereins im Iran. Zudem erhielt der Film den Volkswagen-Zuschauerpreis.


Regisseur Fleur Johannesson und Hauptdarstellerin Raquela Rios gewannen den Hauptpreis mit 'The Amazing Truth About Queen Raquela'

Ebenfalls zwei Auszeichnungen durfte Tanaz Eshagian für 'Be Like Others' entgegennehmen. Ihre Dokumentation über den „Trend“, im Iran Homosexualität durch Geschlechtsumwandlungen zu „legalisieren“ erhielt einen „Special Jury Award“ und den LeserInnen-Preis ELSE der „Siegessäule“. Für den besten Kurzfilm 'Tá' wurde der von Ralf König entworfene Bär auf dem Steinsockel an den brasilianischen Regisseur Felipe Sholl verliehen.

Sonderpreise gingen an das berufliche und private Paar Martin Ripkens und Hans Stempel, die die Auszeichnung aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich in Berlin abholen konnten, und an die Derek Jarman Family, die das Werk des 1994 an AIDS verstorbenen Filmemachers bewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich macht. Stellvertretend nahm diesen „Special Teddy Award“ u.a. die schottische Schauspielerin Tilda Swinton ('Die Chroniken von Narnia') entgegen, die sich in wenigen Tagen für ihre Nebenrolle in 'Michael Clayton' sogar Chancen auf den Oscar machen kann, und der Teddy-Gala somit einen gehörigen Hauch Hollywoodglamour verlieh. Frank Brenner

 

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