
Vergleiche mit den Arbeiten der Warhol-Factory aus den 60er und 70er Jahren drängen sich auf, wenn man Patrick McGuinns Film Sunkissed anschaut.
Alles Gefilmte wirkt bis zu einem gewissen Grad beliebig, schnell heruntergekurbelt, ohne sich um Bildaussetzer, Laufstreifen oder verwackelte Sequenzen zu scheren. Und auch das Dargestellte ist zumindest teilweise alltäglich-unspektakulär.
Teddy möchte seinen ersten Roman schreiben und hat von einem Freund dessen Haus fernab jeglicher Zivilisation in der Wüste zur Verfügung gestellt bekommen. Leo holt Teddy vom Bus ab und fährt ihn an seinen Bestimmungsort. Der Schriftsteller ist schnell fasziniert vom maskulinen Charme des „Hausmeisters“ und beginnt erfolgreich, diesen zu verführen. Erinnerungsfetzen und Wahnvorstellungen mischen sich in die Idylle im Niemandsland und zwingen den Zuschauer, das Gesehene kritisch zu hinterfragen.
Für die einen dürfte sich kaum ein schlüssiges Gesamtbild ergeben und sich der Originalitätswert einer auseinandergepuzzleten Geschichte schnell erschöpfen. Andererseits hat sich Patrick McGuinn ein ausgeklügeltes Konzept zurechtgelegt, das verspielt Szenen verschiedener Zeit- und Wahrnehmungsebenen miteinander kombiniert und dadurch interessant macht. Ein schwuler Erotikthriller, der einen spannenden Sog entwickelt, wenn man sich auf seine vertrackte Struktur einlassen kann. Frank Brenner USA 2006 (Sun Kissed) Regie und Buch: Patrick McGuinn. Mit: John Ort, Gregory Marcel, Laura Hofrichter, Dyanne Asimow, George Stoll, Josh Kanuck, Michael Hong. Salzgeber. 92 Min. (Spr.: GB [DD 2.0], Vollbild [1,33:1], Bonus: zusätzliche Szenen, Hinter den Kulissen) Ab 25. März 2008 im Handel.
> FILMSTART-Forum: DVD Aktuell
|