
Kaum ein Action-Held hat die Kino-Gemeinde so gespalten, wie „Rambo“, dessen Namen mittlerweile als Synonym für brutales Vorgehen sogar in den Duden eingegangen ist. Dabei hatte zumindest der erste Rambo-Film (1982) durchaus noch gesellschaftskritische Bezüge im Hinblick der Aufarbeitung des Vietnamkriegs in den USA.
Nun legt die Kinowelt in einer aufwändig ausgestatteten Steel-Box die Rambo Trilogy mit Action-Ikone Sylvester Stallone vor. Eigentlich nur vierte Wahl hinter seinen damals erfolgreicheren Kollegen Burt Reynolds, Terence Hill und John Travolta, machte die Titelrolle Stallone trotz seiner eindimensionalen Schauspielkunst zum Massenidol.
Hierzulande löste 'Rambo' vor allem Diskussionen aus, weil die Filmbewertungsstelle ihm das Prädikat „besonders wertvoll“ verliehen hatte. Aus „filmkünstlerischer“ Sicht auch heute noch vertretbar, gelang Regie-Veteran Ted Kotcheff doch ein durchaus perfekt inszenierter Action-Film. Das Prädikat „wertvoll“ für den dann 1987 wegen seiner Anhäufung von Gewaltdarstellungen im Guinness Buch der Rekorde landenden 'Rambo III' musste dann aber nach zahlreichen Protesten zurückgenommen werden.
Außerdem erschien 'Rambo III' in einer um 2 Minuten gekürzten Version auf unseren Leinwänden. Diese wurde nun, wie auch 'Rambo II', für die DVD-Edition noch einmal geschnitten, um sie „ab 16 Jahren“ auf den Markt bringen zu können. Aber da 'Rambo II' und 'Rambo III' gegenüber dem ersten Teil fast ausschließlich auf spekulative Gewaltszenen setzen, mildern die Schnitte die Gesamttendenz des Films kaum.
Interessanter als die beiden von George P. Cosmatos bzw. Peter MacDonald uninspiriert inszenierten Fortsetzungen, denen demnächst eine weitere folgt, ist das fast vierstündige Bonus-Material. Nicht nur, dass man das damals vom Test-Publikum abgelehnte Original-Ende von 'Rambo I' – das jede Fortsetzung erübrigt hätte – zu sehen bekommt.
Die Hintergrund-Dokumentationen machen auch schmerzlich klar, dass die USA nichts aus ihrer (Kriegs-)Geschichte gelernt haben. Genau wie bei Bushs Irak-Invasion, musste beim Vietnam-Krieg eine Lüge herhalten, um den Angriff zu rechtfertigen. Und auch die heutige Lage in Afghanistan ist die Folge einer verfehlten US-Politik in den 80er und 90er Jahren. So lohnt sich der Kauf der Rambo Trilogy schon allein wegen der „Specials“, die unterhaltsam und lehrreich zugleich Zeitgeschichte vermitteln. RRH USA 1982-88 (First Blood/Rambo – First Blood Part 2/Rambo 3) Regie: Ted Kotcheff, George P. Cosmatos, Peter MacDonald. Mit: Sylvester Stallone, Brian Dennehy, Richard Crenna, Charles Napier, Kurtwood Smith, Steven Berkoff. Kinowelt. 270 Min. (Spr: D/GB [DD 5.1 bzw. 2.0 und DS], Widescreen [2,35:1 – anamorph], Bonus: Audiokommentare, Making Ofs, Dokumentationen, Alternatives Ende, Interviews, Hintergrundinformationen) Ab 18. Januar 2008 im Handel.
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