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Persepolis


Der weltweite Erfolg des Zeichentrickfilms 'Persepolis' erklärt sich einerseits daraus, dass er durch seine originelle Form selbst Kostverächter des Genres in die Kinos lockte. Andererseits schreckte er auch ein auf Unterhaltung abonniertes Mainstreampublikum nicht ab, das ansonsten politische Filme wie der Teufel das Weihwasser meidet.

Die flächigen, gemessen am Disney-Standard geradezu abstrakten, Schwarz-Weiß-Zeichnungen erlauben jederzeit eine Distanzierung von der Geschichte. So wird ihre gesellschaftskritische „Botschaft“ nicht als persönlicher Angriff, sondern als allgemeingültig wahrgenommen: Kurz bevor die junge Exil-Iranerin Marjane 1995 beschließt, in ihre Heimat zurückzukehren, blickt sie noch einmal mit satirischem Blick auf ihre von Einschränkungen und Verboten bestimmte Kindheit und Jugend im Land des Schahs und später der Mullahs zurück.

Das Bonusmaterial zum Film enthält ein äußerst informatives Making Of, in dem Marjane Satrapi, die Autorin der autobiografischen Comic-Vorlage und Co-Regisseurin des Films, uns durch die verschiedenen Herstellungsprozesse der Produktion führt. Sinnlicher wurde noch nie erklärt, wie ein Zeichentrickfilm entsteht und was seine Qualitäten gegenüber computeranimierten Filmen sind: „Erst das Zittern der Hand lässt das Bild lebendig erscheinen.“ Wir begleiten die Synchronarbeiten, bei denen sich die Produzenten die hübsche Idee haben einfallen lassen, Marjane von Chiara Mastroianni und ihre Mutter von Chiaras Mutter Catherine Deneuve sprechen zu lassen. Die Stimme von Marjanes Großmutter hat eine weitere Ikone des französischen Films übernommen: Danielle Darrieux.

Ein weiteres Extra zeigt dann die ebenfalls aus dem Iran stammende, deutsche Schauspielerin Jasmin Tabatabai bei der Synchronisation der Marjane-Rolle für die deutsche Fassung. Anschließend erzählt sie von ihrer eigenen Erfahrung mit Satrapis Comic: „Wenn man was über die Menschen im Iran erfahren will, ihren Humor, ihre Vergangenheit – was Besseres als diesen Comic gibt es nicht. Wobei ich den Film jetzt für noch besser halte.“ Das Premierenpublikum bei den 60. Filmfestspielen in Cannes sah das ähnlich und spendete dieser mutigen Comic-Verfilmung die längsten Standing Ovations des Festivals. Da wollte die Internationale Jury nicht zurückstehen und zeichnete Persepolis mit dem „Preis der Jury“ aus. Rolf-Rüdiger Hamacher

F 2007. Regie und Buch: Marjane Satrapi, Vincent Paronnaud. Sprecher: Jasmin Tabatabai, Nadja Tiller, Hanns Zischler, Marcus Off, Eva Kryll. Universal. 94 Min. (Spr.: D/F [DD 5.1], Widescreen [1,85:1 – anamorph], Bonus: Making Of, unveröffentlichte Szenen, Interview, Jasmin Tabatabai bei den Synchronaufnahmen) Ab 15. Mai 2008 im Handel.

 

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