
Wer glaubt, dass respektlose Komödien, die im spießigen Milieu des Büros einer Firma angesiedelt sind, erst mit Serien wie „Stromberg“ oder „Das Büro“ Einzug ins deutsche Fernsehprogramm hielten, ist wohl einfach zu jung.
Anfang der 80er Jahre war die Serie „Büro, Büro“ am frühen Freitagabend ein Millionenerfolg im ARD-Programm. Um die 11 Millionen Zuschauer konnten sich für die schrägen Betrachtungen deutscher Bürokratie erwärmen und sich insgeheim ins Fäustchen lachen über Aktionen, die sie sich in ihrem eigenen Job wohl niemals leisten würden. Sprüche wie „Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg!“ waren wohl noch deutlich nachhaltiger im Bewusstsein des Publikums verankert als heutzutage.
Natürlich hat die Serie nach knapp 30 Jahren etwas von ihrer Frische eingebüßt, so manche Spießbürgerlichkeit, über die sich lustig gemacht wird, trifft wohl auch auf das Konzept der Serie selbst zu. Aber Reinhard Schwabenitzky und seine Regiekollegen konnten für „Büro, Büro“ eine ganze Reihe vorzüglicher deutscher Vollblutmimen gewinnen, die das Format auch heute noch reizvoll machen.
Joachim Wichmann brilliert als pedantischer Personalchef Dr. Herbert Brokstedt, der im geeigneten Moment unnachgiebig auf seinen akademischen Titel pocht, Gert Burkard ist als duckmäuserischer Alwin Thieme das Musterbeispiel für den freudlosen Beamten und Schwabenitzky-Gattin Elfi Eschke feierte als schrille Schreibkraft Gabi Neuhammer ihren erfolgreichen Einstand im Fernsehgeschäft.
Bonusmaterial ist auf den sechs DVDs, die die 39 Folgen der ersten Staffel enthalten, leider nicht vorhanden, dafür gibt es hier einige sehenswerte Gastauftritte von Fernsehgrößen wie Iris Berben, Ralf Wolter oder Uwe Ochsenknecht. Frank Brenner D 1981. Regie: Reinhard Schwabenitzky, Ines Anna Krämer, Ulrich König. Mit: Joachim Wichmann, Elfi Eschke, Rolf Zacher, Henry van Lyck, Gert Burkard. ARD Video. 975 Min. (Spr: D [DD 2.0], Vollbild [1,33:1]) Ab 7. März 2008 im Handel.
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