 
Mit 'More' legte der Iran-stämmige Franzose Barbet Schroeder 1969 den Grundstein seiner Regietätigkeit ('Desperate Measures', 'Mord nach Plan').
Wie auch 'La Vallée – Obscured by Clouds' von 1972 befasst sich der Film mit den Sonnenkindern seiner Zeit: Begleitet Schroeder in 'More' den deutschen Studenten Stefan auf seiner Odyssee durchs sonnige Europa, wo er einer amerikanischen Hippie-Femme-Fatale verfällt, ist es in 'La Vallée' eine gelangweilte Konsulfrau, die sich in Neuguinea zum Blumenkind mausert und mit einer mobilen Kommune in die grüne Sackgasse gerät.
Die Hippieträume vom Ausreißen, die Sehnsucht nach Freiheit und Selbstverwirklichung vereinen alle Protagonisten ebenso wie ihr Scheitern, hier durch Drogen, dort durch desillusionierte Selbstaufgabe. Das Streben der Flower-Power-Generation nach Glück gestaltet sich für Schroeder als verklärter Traum und nur von kurzer Dauer. „Unschuld kann nicht wiedererlangt werden.“
Beeindruckend, wie es dem Regisseur gelingt, vom Scheitern ebenso unnachgiebig zu erzählen wie er das kurzweilige Glück seiner Protagonisten in ihren Niemandsländern zu bebildern versteht. Der Traum einer Generation scheitert, bleibt aber zugleich nachvollziehbar. Hartmut Ernst D/F/LUX 1969/1972. Regie: Barbet Schroeder. Mit: Mimsy Farmer, Klaus Grünberg, Heinz Engelmann, Jérôme Beauvarlet, Monique Giraudy, Michael Gothard, Jean-Pierre Kalfon, Bulle Ogier. Red Planet. 112/101 Min. (Spr: GB bzw. F [DD 5.1 und 1.0], Vollbild [1,33:1] bzw. Widescreen [1,78:1 – anamorph]) Ab 20. März 2008 im Handel.
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