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4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage


Mit diesem Drama erhielt zum ersten Mal ein rumänischer Film die Goldene Kamera in Cannes. Regisseur Cristian Mungiu erzählt von der jungen Studentin Otilia, die zu Zeiten der Diktatur Ceauşescus ihrer Freundin hilft, illegal ein Kind abzutreiben.

Mungiu verzichtet dabei bewusst darauf, die drückende Atmosphäre und die emotionale Achterbahnfahrt seiner Protagonistinnen mit filmischen Mitteln zu verstärken. Das, so erzählt er in den Extras, wäre unmoralisch. Die Kamera folgt Otilia entsprechend unspektakulär auf ihrem beklemmenden Weg, der sie vom Studentenwohnheim über Hotelzimmer zur Familie ihres unwissenden Freundes führt. Dabei beweist der Film aber beeindruckend, dass Kino keine Effekte benötigt, um zu bewegen: Lange Einstellungen, eine großartige Hauptdarstellerin und eine befremdliche Geschichte, die auf Tatsachen fußt und die der Regisseur als alltäglich bezeichnet, vermögen den Zuschauer effektlos, aber überlegt inszeniert in ihren unangenehmen Sog zu ziehen

Rumänien hat im EU-Vergleich die wenigsten Kinogänger. Der Cannes-Gewinner zog mit einem Wanderkino durch die rumänischen Städte, um dem Film der kinomüden Bevölkerung zu zeigen. Auch davon erzählen die Extras. Hartmut Ernst

RUM 2007 (4 luni, 3 saptamini si 2 zile) Regie und Buch: Cristian Mungiu. Mit: Anamaria Marinca, Laura Vasiliu, Vlad Ivanov, Alex Potocean, Luminita Gheorghiu, Adi Carauleanu. Concorde. 108 Min. (Spr.: D/GB [DD/DTS 5.1], Widescreen [2,35:1 – anamorph], Bonus: Featurettes, Interviews, nicht verwendete Szenen, Galerie) Ab 7. Mai 2008 im Handel.

 

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