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Winnetou-Melodie – Martin Böttcher, Die Biographie / Joachim Fuchsberger: "Denn erstens kommt es anders…"


Die beiden gestandenen Herren haben mehr als nur eine Gemeinsamkeit: Joachim Fuchsberger, der Grandseigneur der Samstag-Abend-Shows der 80er Jahre, Schauspieler und Australien-Dokumentarist, und Martin Böttcher, Starkomponist der deutschen Nachkriegszeit, dessen „Winnetou“-Erkennungsmelodie fast jeder vorsummen kann.

Beide sind Jahrgang 1927, konnten also in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag feiern, beide waren passionierte Flieger und beide haben die überaus erfolgreiche Edgar-Wallace-Filmreihe in den 60er Jahren entscheidend geprägt – der eine durch seine Darstellung tougher Ermittler mit verschmitztem Sex-Appeal, der andere durch seine chilligen Sounds, die man problemlos nach den ersten Takten bereits als Böttcher-Klänge identifizieren konnte.

Nun sind über die beiden renommierten Herren zwei Bücher erschienen. Reiner Boller hat seine umfangreiche Werksbiografie aus dem Jahr 2005 zum runden Geburtstag Böttchers neu aufgelegt, durch zahlreiche Grußworte von Kollegen und Freunden ergänzt und hinsichtlich der Arbeiten des Komponisten auf den neuesten Stand gebracht.

130 Seiten des Buches, also mehr als die Hälfte, sind dem umfangreichen und akribisch recherchierten Werksverzeichnis gewidmet. Der biografische Text davor ist mit einer Vielzahl privater Statements Böttchers sowie mehrerer Worte seiner Kollegen und Wegbegleiter gespickt, was ihm zumindest teilweise autobiografische Züge verleiht.

„Denn erstens kommt es anders…“ von Joachim Fuchsberger ist dann tatsächlich eine Autobiografie, die der beliebte Medienmensch entgegen anfänglicher Bedenken nun zu seinem runden Geburtstag veröffentlicht hat. Sein schnodderig-gewitzter Erzählton, den er sich auch bei sensiblen Themen wie den Kindheitserinnerungen während des Dritten Reiches beibehält, macht das Buch zu einem runden Lesevergnügen.

Spannungsreich schildert Fuchsberger darin seine vielseitigen Karrierestationen, legt einen Schwerpunkt auf seine Berichterstattung während der Olympischen Spiele im schicksalträchtigen Jahr 1972 in München, und rekapituliert seine Entscheidung, im fernen Australien eine zweite Heimat zu finden.

Etwas schade ist, dass er einige seiner größten Filmerfolge in seinen Memoiren unerwähnt lässt, aber vielleicht hat Fuchsberger ja die Muße, einen zweiten Teil folgen zu lassen, in dem er all das schildert, was er hier aus Platzgründen auslassen musste. FB

(Reiner Boller: „Winnetou-Melodie – Martin Böttcher, Die Biographie“, 230 Seiten, Verlagsallianz 2007, EUR 15,90 und Joachim Fuchsberger: „Denn erstens kommt es anders… – Geschichten aus meinem Leben“, 352 Seiten, Gustav Lübbe Verlag 2007, EUR 19,95)

 

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