Ein guter Schauspieler ist jemand, der immer gleichzeitig von sich und von einem anderen erzählt. Der sich um dieses rätselhafte Paradoxon bemüht, gleichzeitig zu spielen und gleichzeitig wahr zu sein“, sagt der viel gelobte Ulrich Matthes (Der neunte Tag) über seinen Beruf, der – darin sind sich alle Befragten einig – kein Handwerk wie jedes andere ist, weil es den ganzen Menschen fordert.
Persönliche und berufliche Entwicklung, Kopf und Bauch lassen sich nicht trennen, wenn man in die Gefühlswelt anderer Menschen eintaucht.
Gottlob sind aber nicht alle 21 Bekenntnisse Interviews, die größtenteils zu lang geraten sind, so dass auch an sich interessante Gesprächspartner (darunter Daniel Brühl, Christiane Paul) bisweilen zum Plappern genötigt wurden.
Fesselnder sind oft die Prosabeiträge: Schon die ersten, sehr persönlichen, wunderbare große Bögen spannende Aufsätze von Marie Bäumer und Christian Berkel fassen die Essenz der Menschendarstellung gut zusammen. Was aber gänzlich fehlt, ist die Perspektive der Gefallenen, die nicht so viel Glück wie die im Buch Vertretenen hatten. MPH
(Béatrice Ottersbach, Thomas Schadt, Nina Haun (Hg.): „Schauspieler-Bekenntnisse“, 348 Seiten, UVK-Verlagsgesellschaft 2007, EUR 24,90)
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