Publikationen über den jeweils anderen richtigen Weg zum perfekten Drehbuch gibt es zuhauf.
Der Ansatz von Philip Parker jedoch, einem der gefragtesten Drehbuchanalytiker Großbritanniens, unterscheidet sich von den meisten Drehbuchlehren in einem wesentlichen Punkt: Er setzt seinen Fokus nicht auf die lineare Handlungsführung, die sich an der üblichen 3-Akt-Struktur orientiert, sondern entwirft ein differenziertes System von sechs Grundelementen eines Drehbuchs – Genre, Stil, Form, Handlungsführung, Geschichte und Thema.
Was erst einmal ziemlich kompliziert klingt, dient doch wie beim Gros anderer Theorien auch vor allem der Optimierung eines zentralen Anliegens: der größtmöglichen Wirkung der Erzählung auf den Zuschauer. Ob als Liebesgeschichte, Thriller oder Drama, ob als Arthaus- oder Mainstream-Film.
Parker eröffnet mit seinem Aufschlüsselungskonzept tatsächlich einen frischen Blick auf die Anatomie des Films und ruft auf zu einem freieren und kreativeren Umgang mit seinen einzelnen dramaturgischen Bausteinen. Und er behauptet nicht – wie so manch andere Drehbuch-Rezeptur –, damit den ultimativen Schlüssel zum Herzen des Publikums in Händen zu halten. Den hat nämlich bislang noch keiner gefunden. Man ist geneigt zu sagen: zum Glück. MS
(Philip Parker: „Die kreative Matrix. Kunst und Handwerk des Drehbuchschreibens“, 350 Seiten, UVK Konstanz 2005, EUR 24,90)
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